Gemeinde Burgoberbach

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Sag mir wo die Blumen sind...


 Am Samstag, den 14. Juli 2018 bot die Regionalgruppe Westmittelfranken des Netzwerk Blühende Landschaft, eine Initiative von Mellifera e.V., in Sommersdorf Führungen zu den im Mai 2018 neu angelegten Blühflächen von Hans Schwab an. Kleine wie große Besucher konnten dabei für 1,5 Stunden in die Welt der Blüten und ihrer Bestäuber eintauchen. So erfuhren die Teilnehmer, dass 80% unserer heimischen Wildpflanzen und gut ein Drittel unserer Kulturpflanzen von der Bestäubung durch Insekten abhängen. "Vor allem Obst und Gemüse kann nur dann eine hochwertige Ernte produzieren, wenn die Blüten durch Insekten bestäubt wurden", erklären Hans Schwab und Silvia Unger. Während der Führungen gab es Beispielflächen mit einjährigen Ansaaten für den landwirtschaftlichen Bereich und die freie Landschaft sowie mehrjährige Mischungen für den innerörtlichen Bereich zu bewundern. "Die mehrjährigen Mischungen ergeben die für die Insekten wertvolleren Blühflächen. Da kommen im ersten Jahr schön bunt die Kulturarten zum Vorschein und machen dann ab dem zweiten Jahr den noch interessanteren Wildblumen Platz", erläutert Silvia Unger. "Die Flächen bleiben über mehrere Jahre stehen, geben vielen Tieren Unterschlupf und Nistmöglichkeiten und entwickeln so ein Ökosystem im Kleinen", ergänzt Hans Schwab.
 Die Blühflächen in Sommersdorf und Burgoberbach  sind Teil eines deutschlandweiten Blühflächennetzes unter dem Projektnamen "BienenBlütenReich".
Projektpartner wie Landwirte oder kommunale Gruppen bringen auf ihren Flächen diverse Blühmischungen aus; das Saatgut bekommen sie vom Netzwerk Blühende Landschaft gestellt. Das Projekt wird von sogenannten "Blühpaten" getragen (
www.blühpate.de). Die Paten unterstützen finanziell die Blühflächen ihrer Umgebung und sorgen so für mehr Nahrungsangebote für den stetig schwindenden Insektenbestand. "Unsere Insekten finden alljährlich ab Juli kaum noch etwas zu futtern. Wenn die Rapsblüte durch ist, können die Tiere nur noch kommunale Bereiche, ein paar Extensivwiesen, Mais- oder Sonnenblumenfelder anfliegen. Wir erleben inzwischen das Kuriosum, dass im städtischen Bereich mehr blüht, als in unserer sogenannten Kulturlandschaft", betont Silvia Unger. Deshalb sei das Anpflanzen von spätblühenden, ungefüllten Blumen so wichtig. Astern, Sonnenhut, Malven, Fetthennen - sogar Efeu könnten schon viel bewirken und einigen Insekten unter die Flügel greifen. Im Gemüsebeet darf ruhig mal ein Kohl oder Lauch "vergessen" werden und zur Spätblüte kommen. Blühende Küchenkräuter wie Salbei, Rosmarin, Pfefferminze oder Melisse erfreuen unseren Gaumen und ernähren gleichzeitig viele Bestäuber. Die abgestorbenen Pflanzenstängel im Herbst bitte unbedingt in den Beeten belassen ". Das schützt nicht nur Ihren Boden über den Winter sondern ist gleichzeitig eine überlebenswichtige Winterbehausung für viele Insekten und Nützlinge in Ihrem Garten."

Foto: Günter Klößinger (NBL)
Foto: Günter Klößinger (NBL)

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Burgoberbach ist Mitglied der kommunalen Allianz AGIL.

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